| Olórin |
| Meister Goldschmied |



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| Anmeldungsdatum: 15.05.2005 |
| Beiträge: 219 |
| Wohnort: Bayern |
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| Rimorock hat folgendes geschrieben: |
| Hast du den Zeichentrick mal gesehen vom HdR? Ich hab ihn gesehen leider muß ich sagen denn das war mit abstand die schlechteste umsetzung eines Buches die ich je gesehen habe. |
Ich hab ihn sogar auf DVD
Naja, sagen wir mal, wenn man die Bücher nicht kennt, ist der Film sicherlich nicht schlecht. Für damals! Der Film ist von 1978.
Allerdings im Gegensatz zu heutigen Filmen, hat er einen ganz anderen Charme.
Boromir sieht aus wie ein Wickinger, mit Hörnerhelm, Pelzwamst und LederRüstung und kurzem Beinkleid neben dicken Pelzboots. Die Elben haben keine Langen Ohren, weil sie alle von mittellangen Haaren bedeckt sind. Jedenfalls haben sie Frisuren wie aus der Schwarzkopf-Werbung der 80er Jahre (Prinz Charming aus Shrek trifft es gut ). Die Orks sehen aus wie aus einem alten Stummfilm, mit fast Lächerlichen Kostümen. Lediglich Gandalf scheint immer perfekt auszusehen, egal welches Jahrzehnt;) Gimli kommt etwas anders rüber, als gewohnt, aber ich finde ihn sogar gelungen. Hat fast was von bäuerlich, mittelalterlich, historisch. Galadriel als betörende, sexy-feminine Blondine (sehr hübsch animiert, da hat sich der Künstler richtig reingesteigert, vorallen als sie das Tanzen anfängt fast jugendlicht beschwingt, aber mit DER mächtigen Herrscherin Galadriel hat es wenig zu tun)
Eigener Charme aber vorallem, weil "verfremdete" Realfilm Elemente mit "echtem" Zeichentrick gemischt wurden (z.B. alle "Bösen" wurden so realisiert: Ringgeister, Orks, auch alle Gäste im tänzelnden Pony etc., komischerweise aber auch alle Reiter von Rohan)
Alle "Guten" (bis auf die Reiter von Rohan) also die Gefährten, Galadriel, Elrond, König Theoden etc. wurden als "echter" Zeichentrick realisiert.
Allerdings sehen alle "echten" Zeichentrickfiguren so aus, als würden sie nach "echt" gefilmten Schauspielern "drübergemalt" (man sieht das an den Bewegungen, die sind teilweise viel zu elegant und fein. Das Schwingen der langen Stoffmäntel, Kleider, auch Hände und Finger. Alle Bewegungen haben feine Nuancen, sieht richtig gut aus, macht die Figuren lebendiger!).
Die Landschaften sind meist nur statische Hintergründe, auf denen Kamerabewegungen gesetzt wurden. Im Endeffekt gibt es sehr wenig richtig animierte Zeichentrick, was aber oft gar nicht schlecht aussieht.
Jedenfalls hat man sich Mühe gegeben mit den Figuren, sie sind alle sehr "realistisch" angehaucht und jeder Charakter spielt sine Rolle überzeugend. Einzige grobe Ausnahme: Der Balrog in den Minen von Moria. Der ist fast unfreiwillig komisch geworden. Sieht aus wie ein Bayerischer Löwe mit Fledermausflügeln und das ganze wie ein South-Park anime. Zum Brüllen
Alles in allem: es gibt Szenen die sehen richtig gut aus, aber auch Szenen die sind sehr "eigenartig".
Also entweder war das damals "state of the art", oder ein Experiment und Ausdruck künstlerischer Freiheit, oder sie hatten einfach kein Geld, und auf diese Art und Weise sparte man sicher viel Zeichenarbeit. Allerdings wenn man die vielen Realelemente betrachtet, da brauchten sie jede Menge Statisten, Pferde etc., auch nicht billig. Ich denke daher, der Film war von Anfang an so geplant.
Größter Fauxpass ist aber, daß sie nur die ersten beiden Bände (the fellowship of the ring, the two towers) verfilmt haben. Steht auch so auf der Filmbeschreibung! Die Geschichte bricht dann einfach ab!
die letzten Worte im Film heissen: "mit dieser aufopferungsvollen Schlacht, endet auch die erste grosse Erzählung - der Herr der Ringe".
Ich bin mir sicher, daß ein weiterer Film geplant war, aber nie realisiert wurde. Denn was aus Frodo wird erfährt man nicht, obwohl man fast 1,5 Stunden genau auf das vorbereitet wird. Ebenfalls Mary und Pipin, Baumbart etc. die tauchen am Ende nicht mehr auf.
Vielleicht doch zuwenig Geld?
Rein Inhaltlich: Sehr viel Unterschied zu den Peter Jackson`s Filmen gibt es eigentlich nicht. Ja ich möchte fast behaupten, sie ist fast identisch, bis auf kleine Abweichungen.
z.B. Bombadil fehlt ebenfalls gänzlich. Die Szene mit dem Ringgeist, vor dem sich Frodo, Sam, Mary und Pipin unter einer Baumwurzel verstecken... déjà-vu. Man könnte fast meinen, es ist der selbe Baum (oder ist das im Buch exakt so und ausführlich beschrieben?). Lediglich Arwen taucht überhaupt nicht auf, Legolas tritt an ihre Stelle an der Fuhrt von Bruchtal (das Auftreten des Elben und die Szene an der Furth ist dem Buch näher als bei Peter Jackson`s Variante, ausser daß im Buch eigentlich Glorfindel auf Aragorn und die Hobbits trifft). Baumbart wird nur kurz eingeführt, ward dann nicht mehr gesehen.
Die Handlung der Bücher musste angepasst und gekürzt werden. Es ist aber fast alles vorhanden. Manchmal sind Szenen etwas abgehakt und holprig, so als hätte man etwas "geschnitten". Schade eigentlich, denn oft wurde dadurch Spannung kaputt gemacht. Viele Dinge werden nicht gezeigt, sondern von den Charakteren oder dem Erzähler erklärt (z.B. warum die Reiter von Rohan als geächtet gelten, weil Grima Schlangenzunge sie bei König Theoden madig macht etc . . . so spart man sich lange Einführungen und bringt die Geschichte trotzdem unter)
Trotzdem. Den Film heute anzusehen kommt einem Kulturschock gleich. Da muss man sich erst einmal an das Design gewöhnen.
Die Geschichte wird zwar mehr oder weniger komplett erzählt, aber ohne diese perfekte Atmosphäre, ohne diese schönen Illusionen und Bilder, die wir so aus dem Kino gewohnt sind. Da trägt auch die Filmmusik bei, die oftmals gar nicht zur Situation passt. Vielleicht sahen das Kinogänger 1978 anders?
Jedenfalls bevor die Zwerge SO verfilmt werden, dann schon lieber einen Comic mit schönen Bildern, und das Lebendige an den Bildern kann man sich dazudenken
Gruss
Olórin |
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